Montag, Juni 18, 2007

Philosophen

Und in allem steckt heute Philosophie: jeder Gewerbetreibende hat jetzt eine eigene; da gibt es die Philosophie der Wurstbüchsenhersteller, Friseure, Supermärkte. Es gibt die Philosophie der Bioläden, Antiquitätenhändler und Reisebüros.
Sie eint die gleiche Banalität: ein Heer von Philosophen, ein Volk von Philosophen.
Die Philosophen stöpseln sich mit weißen Ohrhöhrerchen die private Tonkulisse ins Gehirn, der Visus wird von bunten Schemen, die über die kleinen Bildschirme der Funktelefone huschen, gefangen.
So sind sie weg aus dieser Welt, freiwillig hängen sie an ihren goldenen Ketten.
Eine Pest, diese zugestöpselten Yuppis, lange halten sie an den Kassen ihre Brieftaschen offen, damit ihre Kreditkarten Luft bekommen und der hinter ihnen Wartende den güldenen Glanz bewundern kann.
Philosophie verkauft sich besser als ein schnödes Werbeprinzip, außerdem kann man sie immer hochhalten.
Philosophie ist die "Liebe zur Weisheit". Die Liebe des Wurstbüchsenmachers zur Weissheit ist ja sprichwörtlich: um sie angemessen zu präsentieren, trägt er gerne eine weisse Kappe auf dem Denkerkopf und einen ebensolchen Kittel bei der Arbeit.
Containerconny läßt sich auch nicht lumpen und präsentiert gleich ein Sonderangebot; Kunst und Philosophie gehören ja zusammen, irgendwie: van Gogh, eine Landschaft für zehn Euro...